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Digitalisierung öffentlicher Bäder: Buchung, Daten und Energie

Bei öffentlichen Bädern zeigt sich zunehmend, dass die Besucherzahl allein nicht ausreicht. Entscheidend ist die Steuerung von Kapazität, Kursen, Einlass, Umkleiden, Personal, Filtration und Energie. Wenn ein Betreiber Daten auf mehrere getrennte Systeme verteilt hat, plant er schlechter und findet Verluste nur schwer.

  • Online-Buchungen verkürzen Warteschlangen und geben einen Überblick über die Auslastung.
  • CRM und Kurse helfen, mit Stammgästen zu arbeiten.
  • Ein Zutrittssystem zeigt die tatsächliche Kapazität im Zeitverlauf.
  • Lastabhängige Filtration und Heizung können die Energiekosten senken.

Wie ein solcher Betrieb in der Praxis aussieht, zeigt das städtische Bad in Salou, Katalonien. Laut dem Fachnewsletter poolbiz.eu von Ende Juli 2026 handelt es sich um das erste vernetzte „Smart Pool“ in Katalonien — die Einrichtung ist dem spanischen Netzwerk EPIC (Connected Smart Pools) beigetreten, unterstützt vom Schwimmverband RFEN, dem Sportrat CSD und dem Technologieunternehmen Zonyx.

Der Betrieb nutzt das System Nagi by Zonyx: Schwimmer tragen leichte Geräte, und das System erfasst in Echtzeit die Anzahl geschwommener Bahnen, Distanz, Zeit, Tempo und Position des Schwimmers. Der Sicherheitsvorteil liegt darin, dass das System bei ungewöhnlichem Verhalten — längerer Bewegungslosigkeit oder einem riskanten Bewegungsmuster — den Bademeister alarmiert. Es ersetzt die Aufsicht nicht, sondern verkürzt nur die Reaktionszeit. Dieselben Daten dienen auch dem Betrieb: Filterzyklen, Wasserwechsel, Filterspülung, Wartung und Energie lassen sich nach der tatsächlichen Auslastung statt nach einem starren Plan steuern.

Interessant ist auch das Finanzierungsmodell. Die Investition belief sich auf rund 80.000 €, wobei die Hälfte vom Verband RFEN und die Hälfte von der Stadt getragen wurde, unterstützt durch das Programm NextGenerationEU. Es handelt sich um ein spanisches Projekt und einen Betrag für eine konkrete Anlage, nicht um eine auf ein tschechisches Bad übertragbare Preisliste — sie zeigt aber die Größenordnung einer solchen Investition und dass öffentliche Bäder üblicherweise mehrere Finanzierungsquellen kombinieren.

Mit den gesammelten Daten zu Besucherzahlen und Nutzerverhalten geht auch die Verantwortung für deren Schutz einher – der Betreiber muss die DSGVO-Konformität sicherstellen, besonders bei Kamerasystemen, Treueprogrammen und Online-Buchungen mit Personenbezug. Investitionen in die Digitalisierung zahlen sich schrittweise aus: zuerst Buchung und Zutritt, erst danach die Anbindung an Energiemanagement und fortgeschrittene Betriebsanalyse.

Bei der Wahl einer Betriebssoftware sollten Sie auch berücksichtigen, wie leicht sie sich in ein bestehendes Buchhaltungs- oder Zeiterfassungssystem integrieren lässt – getrennte, nicht verbundene Plattformen bedeuten doppelte Arbeit für das Personal. Eine Cloud-Lösung erleichtert zudem die Verwaltung mehrerer Standorte von einem Ort aus.

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